{Rezension} Das Erbe

Februar 1, 2020 0 Von Annaika

Titel: Das Erbe (Ellen Sandberg)

Format: Paperback

Erscheinung: 2019

Preis: 15€

Quelle: www.randomhouse.de

Inhalt:

Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie.

München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen …

Meinung:

Endlich wieder ein Ellen Sandberg Roman! Wie bei den beiden Vorgängern handelt es sich auch bei „das Erbe“ um ein Buch mit mehreren Zeitsträngen. 2018 lernt der Leser mit Mona eine gestandene Frau kennen, die versucht jedem dem es schlechter geht als ihr, etwas zu geben. Deshalb trägt sie immer etwas Kleingeld in der Hosentasche, um sie einem Bedürftigen zu geben. Das ist für ihre Großtante Klara der Grund, warum sie ihr alles vererbt. Sehr zur Verwunderung und Ärger der restlichen Familie. Dieses Erbe ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und beginnt 1938. Kurz vor Beginn des Krieges als die Nationalsozialisten immer mehr Macht bekommen werden die Juden immer weiter ausgegrenzt. So ergeht es auch der Familie Roth, Nachbarn und Freunde von Klara und ihrer Familie. Ihr Geschäft dürfen sie schon nicht mehr führen und sie wollen aus Deutschland fliehen. Denn wem kann getraut werden?

Wie die beiden vorherigen Werke behandelt auch „das Erbe“ wieder wichtige Themen, welche aber (oft) keinen großen Präsenz haben: Das Recht und die Besitztümer von jüdischen Bürgern nach Ende des Nationalsozialismus in Deutschland. Aber auch die Frage nach Heimat, Zugehörigkeit, Moral und Vertrauen spielt eine große Rolle. Wer bin ich? Wer will ich sein? Fragen, die mich auch hinterher noch selbst beschäftigt haben. Das sind im Endeffekt die Leitfragen dieses Romanes. Zusammen mit den verschiedensten Charakteren, den komplexen Erzählsträngen und einer lockeren Erzählweise lässt sich „das Erbe“ schnell, aber nachhaltig lesen.

Fazit:

Wieder einmal hat Ellen Sandberg es geschafft mich mit einem ihrer Romane emotional zu fesseln und zu unterhalten. Darüber hinaus wurde mein Interesse für eine Thematik geschaffen, die mich am Ende zur Recherche darüber gebracht hat – Unterhaltung und Wissen in einem.

***** von 5 Sternen.