{Rezension} Alexandra

Mai 1, 2019 0 Von Annaika

(Ich bedanke mich beim Bloggerportal, beim Diana Verlag und bei der Verlagsgruppe Random House!)

Titel: Alexandra (Natasha Bell)

Erscheinung: 2019

Format: Paperback

Preis: 17€

Quelle: www.randomhouse.de

Inhalt:

Zwölf Jahre ist es her, dass die junge Künstlerin Alexandra und Marc geheiratet haben. Seitdem ist sie eine liebende Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Die Polizei findet nur ihre blutige Kleidung am Flussufer, und plötzlich wird aus der Vermisstensuche eine Mordermittlung. Doch Alexandra lebt. Weit weg von ihren Lieben wird sie gegen ihren Willen festgehalten. Verzweifelt muss sie auf Videos mitansehen, wie sich ihre Familie quält. Marc ist außer sich. Auf eigene Faust begibt er sich auf die Suche nach seiner Frau. Und die Geheimnisse, die er ans Licht bringt, machen eines deutlich: Niemand kennt Alexandra wirklich, nicht einmal er.

Meinung:

Wie fühlt sich der Partner, wenn die Partnerin spurlos verschwindet? Schrecklich. Das ist zumindest der Gedanke, den ich hatte. Was genau einem bei einer solchen Situation durch den Kopf geht vermag ich nicht zu sagen und möchte es auch nie herausfinden.

Das Buch hat im Endeffekt drei Erzählstränge. Der eine besteht aus Marc in der Gegenwart, wie er versucht seinen Alltag zu regeln und nach seiner Frau sucht. Der zweite erzählt ein Stück aus der Vergangenheit. Im dritten finden wir Alexandra in ihrer derzeitigen Situation. Aus ihrer Sicht ist auch das Buch erzählt. So sagt sie gleich am Anfang, dass sie sich die Situationen, Gefühle und Gedanken ihrer Familie auf die erzählte Weise darstellt. Was ich tatsächlich als interessant wahrgenommen habe: Als vermisste und gefangen gehaltende Frau hat sie nichts „besseres“ zu tun und denkt über ihre Familie nach, während sie versucht ihren Peiniger zu verdrängen. So spinnt sie sich die Geschichte zusammen, wie ihr Mann die Hoffnung nicht aufgibt, während die Familienmitglieder und die Polizei nach einiger Zeit nicht mehr dran glauben, dass Alexandra noch lebt. Er ist der Einzige, der die Spuren anders betrachtet; der sie anders betrachtet, sich irgendwann alleine auf die Suche macht und dann auf ihr Vergangenheit stößt.

An sich wirkt die Geschichte nach einem gewöhnlichen Thriller: Frau verschwindet und die Polizei findet nach einige Tagen blutige Kleidung, während die Familie immer verzweifelter wird. Im Laufe der Geschichte dachte ich, dass es doch typisch enden wird. Dennoch blieb ich dran, da sich der Thriller gut nebenbei weglesen lässt, ein angenehmen Tempo hat und nicht langweilig wurde…. bis dann die letzten ca. 100 Seiten kamen. Da ging es richtig los: Der Höhepunkt kam und ich dachte, dass meine Theorie, und somit das typische Szenario, bestätigt wird, aber nein. Es kommt zu einem richtigen – sorry für die Wortwahl – Mindfuck! Die Erklärung am Ende gibt einem einen ganz neuen Eindruck der gesamten Geschichte.

Fazit:

Alexandra ist ein aufgrund seiner einfachen Erzählweise ein guter Thriller für zwischen durch. Das Erzähltempo habe ich angenehm wahrgenommen und die Handlung hat sich in gleichbleibenden Schritten verändert. Das Ende hat mich dann komplett überrascht und das gesamte Buch aufgewertet. Komplett überraschend mit einer ethischen Frage am Ende! Ich glaube, dass viele Thrillerfans hier auf ihre Kosten kommen.

**** von 5 Stern’chen.