{Rezension} Die Schwestern von Marzahn

April 13, 2019 0 Von Annaika


Ich bedanke mich an die Verlagsruppe Random House und an das Testleserportal für dieses Rezensionsexemplar!

Titel: Die Schwestern von Marzahn. Vom Leben ganz unten. (Christiane Tramitz)

Erscheinung: 2019

Format: Hardcover

Preis: 20€

Quelle: www.randomhouse.de

Inhalt:

Fabian Krüger, arbeitslos, von seiner Frau verlassen und einsam, trifft auf der Treppe seines Plattenbaus auf zwei kleine magere Mädchen, die sich ausgesperrt haben. Obwohl er genug eigene Sorgen hat, kümmert er sich zunehmend um die Schwestern, er kauft von seinem wenigen Geld Essen für sie, macht Hausaufgaben mit ihnen. Er sorgt fast ein Jahr für die Kleinen, bis sie plötzlich verschwunden sind. Mithilfe der anderen Bewohner des Plattenbaus kommt Krüger zu einer schrecklichen Erkenntnis. Sein Leben erfährt eine jähe Wendung, auch weil es zwei Ordensschwestern gibt, die den Marzahnern seit 1992 in ihrer „Lebensberatungsstelle“ Hilfe anbieten. Ihre Mission lautet: Wunden heilen. Die Bestsellerautorin Christiane Tramitz erzählt eine ebenso berührende wie erschreckende Geschichte, die exemplarisch für das Leben vieler Menschen in Deutschland steht. Zugleich ist es eine hoffnungsvolle Geschichte voller Liebe und Zuversicht, die zeigt, wie sich Menschen in den schwierigsten Situationen umeinander kümmern – und dass dann tatsächlich Wunden geheilt werden können.

Meinung:

„Wenn du ganz unten ankommst, wartet nur noch der Tod auf dich.“ Dieser Satz zieht sich wie ein Mantra durch das Buch. Ein Buch über das Leben. Mit dieser Einstellung habe ich nach diesem Buch gegriffen. Die Geschichte wird im Endeffekt aus der Sicht von zwei Personen erzählt und umfasst das Schicksal mehrerer Menschen. Einmal lernt der Leser Fabian Krüger kennen: Ein arbeitsloser Mann, der erst vom Stellenabbau nach der Wende betroffen war und den dann auch noch die Frau verlassen hat. Jetzt lebt er alleine in der einstigen Familienwohnung in Berlin Marzahn, zählt sein übrig gebliebenes Geld am Ende des Monats und seine Sozialkontakte bestehen aus der Besitzerin seiner Stammkneipe und seinen beiden alten Arbeitskollegen, die ein ähnliches Schicksal haben wie er. Einige Klischees und Vorurteile von Arbeitslosen werden im Laufe der Geschichte sichtbar, aber auf amüsante und symphatische Weise. So kann Fabian Krüger als griesgrämig und hart bezeichnet werden, der jedoch das Herz am rechten Fleck und einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Kommen wir zu den beiden Schwesterpaaren. Einmal haben wir die beiden kleinen Nachbarinnen von Krüger. Die alleinerziehende Mutter ist scheinbar immer am Arbeiten und lässt die beiden auf sich gestellt. Durch ein Zufall treffen sie Krüger kennen und schaffen es mit seiner kindlichen Art ihn zu erweichen. Durch die beiden lernt er das Leben neu zu lieben und zu leben, denkt über sich selber nach und worauf es im Leben ankommt. Er überwindet seinen innerlichen Abgrund und wendet sich dem Leben zu. Das andere Geschwisterpaar bestehen aus zwei katholischen Schwester, die sich der Nächstenliebe verschrieben und eine Beratungsstelle eröffnet haben. So lernen sie Marie Krüger kennen – Fabian Krügers Exfrau. Zwei verschiedene Schwesternpaare, die auf verschiedene Weise den Menschen in ihrer Umgebung helfen. Sie von ganz unten wieder hoch holen. Es ist ein sehr emotionales, aber auch amüsantes Buch, welches ich nicht weglegen konnte.

Fazit:

Das Schicksal von Menschen kann einen berühren. Manchmal sind es die negativen Aspekte, die mich zum nachdenken bringen. Manchmal die positiven, lebenserweckenden Aspekte, die mich zum nachdenken bringen. Dieses Buch hat beide Aspekte in sich. Es zeigt einfach das Leben, wie es ist, aber auch wie es sein kann. Daneben hat es auch einfach Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen. Für mich ein kleines Highlight 2019. Ich empfehle es jedem, der gerne Romane liest, die wirken wie aus dem Leben geschnitzt.

***** von 5 Stern’chen.