{Rezension} Love Letters to the Dead

Februar 13, 2019 0 Von Annaika

Titel: Love Letters to the Dead (Ava Dellaira)

Erscheinung: 2015

Format: Ich besitze es als Hardcover, gibt es aber nur noch gebraucht in diesem Format.

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Quelle: www.randomhouse.de


Inhalt:

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben …

Meinung:

Tatsächlich finde ich gerade keinen Einstieg in diese Rezension. Ich führe es darauf zurück, wie mich dieses Buch mitgenommen hat.

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch lest, einen Film seht oder eine Geschichte von einer anderen Person erzählt bekommt und so sehr gefesselt seid, dass ihr nicht nur mitfühlt, sondern euch selber verletzt fühlt? So kann ich meine Gefühlswelt während des Lesens von Love Letters to the Dead beschreiben. In der Thematik geht es um Verlust und Selbstfindung. Die Protagonistin Laurel hat gerade ihre ältere Schwester und somit ihr größtes Idol, ihren Anker, verloren. In ihrer Trauer ist sie einerseits nicht alleine, auch ihre getrennt lebenden Eltern sind mitgenommen, aber sie stehen diese schwierige Phase nicht zusammen durch – jeder leidet für sich. Um nicht im Mitleid zu baden wechsel Laurel die Schule und versucht sich neu zu erfinden. Dabei immer vor Augen: Ihre coole, beliebte, ältere Schwester. Sie versucht regelrecht ihrer Schwester nachzueifern, findet auch dadurch neue Freunde, aber merkt auch schnell, dass sie nicht wie May ist. Aber wer ist sie dann? Da sie sich niemanden richtigen anvertrauen kann bzw. will schreibt sie Briefe an tote Persönlichkeiten. Anfangs als Schulprojekt, hilft es ihr, ihren Alltag zu rekapitulieren und ihre Gedanken zu ordnen. Auf diese Weise vergegenwertigt sie sich die letzten Tage ihrer Schwester. War es ein Unfall oder doch was anderes?

Während die Thematik mich emotional sehr mitgenommen hat, hat mich die Erzählweise fasziniert. Es wird in der 1. Person erzählt. Der Leser liest lediglich die Briefe, die Laurel schreibt. Dabei erinnert die Erzählweise oftmals an eine Interpretation in der Schule. „Dann kam (…) Danach passierte (…).“ Auch wenn mich das manchmal irritiert hat, ist es dennoch gut gewählt, weil das Buch dadurch authentischer wirkt. Als ob eine Jugendliche die Briefe wirklich geschrieben hat.

Fazit:

Mich hat das Buch bereichert. Vor allem das folgende Zitat hat es mir angetan und zum Nachdenken gebracht:

„Manchmal sind wir so randvoll mit allen möglichen Gefühlen, dass wir nicht merken, wie unser Verhalten auf jemand anderen wirkt.“

(Dellaira, Ava: Love Letters to the Dead, 2. Auflage, München: Verlagsgruppe Random House, 2015, S. 288

Jeder von uns hat etwas im Leben zu bewältigen, aber wir müssen da nicht alleine durch.Wir müssen Hilfe nur zulassen. Das zeigt dieses Buch. Es ist ein sehr zu empfehlendes Jugendbuch!

****,5 von 5 Stern’chen.