{Rezension} Die Vergessenen

Oktober 4, 2018 0 Von Annaika

Titel: Die Vergessenen (Ellen Sanberg)

Format: Paperback

Erscheinung: 2017

Preis: 13,00€

Quelle: www.randomhouse.de

Inhalt

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat …

 

Meinung

Die Handlung verläuft in zwei verschiedenen Jahren: 1944 und 2013. So wird zum einen die Geschichte der jungen Kathrin erzählt, welche 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt als Krankenschwester anfängt zu arbeiten. 2013 ist sie schon älter und erliegt einem Schlaganfall. Ihre Erinnerungen spielen sich während ihres Komas ab. Während sie also im Krankenhaus liegt, bekommt Manolis Lefteris einen neuen Auftrag: Er soll ein Dossier mit Unterlagen finden. Worum es sich bei den Unterlagen handelt, weiß er nicht und wie immer fragt er nicht, sondern nimmt seinen Auftrag einfach an.
Daneben taucht noch Vera auf , die Nichte Kathrins. Sie ist eine unzufriedene Journalistin, die lieber im Bereich Politik schreiben würde, anstatt über Beautytrends für Frauen ab 40.

Beide verbindet was: Die Unterlagen. Wo sind sie und was hat Tante Kathrin mit der Ermordung von Pfleglingen in Heil- und Pflegeanstallt zu tun?

Die Handlung als solche ist fiktiv, genau wie die Personen. Die Geschichte dahinter ist leider nicht fiktiv: Im 2. Weltkrieg wurden nicht nur „nicht-arier“ getötet, sondern auch Menschen mit einer Behinderung oder andersweitig Kranke. Leider ging dies nach Ende des Krieges oftmals unter und viele Nazis, Ärzte und anderweitig beteiligte kamen ungeschoren davon. Daran möchte die Autorin erinnern, was ihr – wie ich finde – auch gelingt. Daneben schildert sie noch ein anderes Ereignis, welche auch die folgenden Generationen noch beschäftigt, auch wenn viele von uns nie davon gehört haben. Von der ersten Seite war ich gefesselt und am Ende hab ich mich durchgegoogelt, nach weiteren Informationen.

 

Fazit

Inzwischen sind 73 Jahre seit Ende des 2. Weltkriegs vergangen. Die letzten Zeitzeugen werden alt oder sterben. Außer der Geschichtsunterricht in der Schule, Dokumentationen und Museen, erinnert nicht viel mehr an einzelne Taten. Das wollte die Autorin mit die Vergessenen ändern und zeigt den Lesern, einen Teil der wahrscheinlich düstersten Geschichte Deutschlands. Daher empfehle ich dieses Buch allen Krimifans, aber auch an diejenigen, die Interesse an Geschichte habe – eigentlich sollten alle dieses Buch lesen. Der Inhalt ist auch heute noch wichtig.

****,5 von 5 Sternchen.